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Vermögenstransfer in die Schattenwirtschaft 
Wie aus Einzelfällen ein Gesamtbild entsteht.

In der Stealth-Crime-Serie rekonstruiere ich Verbrechen, deren finanzielle Dimension systemrelevant ist.  Es sind "Kapital-Verbrechen" im wahrsten Sinne des Wortes. Ich betrachte sie nicht als isolierte Ereignisse, sondern als Elemente eines Panoramas, in dem organisierte Kriminalität und Geopolitik ineinandergreifen. 

 

 

 

Der Auslöser

 

In den 90er Jahren zeichnete sich eine tiefgreifende und langfristige Veränderung in den Kriminalstatistiken der EU und Nordamerikas ab: die Explosion der Schadenssummen. Bis dahin waren Wirtschaftsstraftaten mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro die Ausnahme, in den Jahrzehnten danach nahm nicht nur die Anzahl der Taten zu, sondern auch der Schaden pro Fall - oft ging er in die Milliarden. In der Summe haben wir es also mit volkswirtschaftlich relevanten Größenordnungen zu tun. 

 

Die meisten dieser Kapital-Verbrechen zeichnen sich durch drei Merkmale aus: die Übertragung des Risikos auf Stellvertreter; das spurlose Versickern großer Summen und die Duldung oder stille Hilfe durch Entscheidungsträger in Staat und Wirtschaft. Die Mitglieder der gesellschaftlichen Elite verstoßen dabei nicht nur gegen die Logik ihrer Institutionen, sie schädigen oft auch ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen, ihre Karrieren und ihre Reputation.

Nach 1990 steigen die Anzahl & das Schadensvolumen großer Wirtschaftsstraftaten sprunghaft an - aus einem Randphänomen wird eine gesellschaftlich relevante Größe. Der Anstieg steht in zeitlichem Zusammenhang mit der Auflösung der Sowjetunion und ihrer Geheimdienste. (Daten: BKA-Statistik & Medien-Auswertung)

           Wirtschaftskriminalität in DACH

Die These

 

Was motiviert dieses selbstschädigende Verhalten? Bestechung ist in den meisten Fällen kein ausreichender Grund, weil der Schaden materielle Vorteile aufwiegt - insbesondere wenn er nicht fremdes, sondern eigenes Vermögen betrifft (wie im Fall von UHNWIs). Vieles spricht deshalb dafür, dass diejenigen Mitglieder der Eliten, die große Wirtschaftsstraftaten durch Unterlassung oder Unterstützung ermöglichen, Ziel von Manipulationen sind. Und dass sie kein Interesse an deren Aufklärung haben, weil Aufklärung verborgene Grenzüberschreitungen sichtbar machen würde - im Bereich des Privat- oder Berufslebens. Es drohen Reputationsschäden oder sogar strafrechtliche Verfolgung. 

 

Aus diesem Grund werden zahlreiche große Wirtschaftsstraftaten gar nicht erst angezeigt. Oder aber die Justiz konzentriert sich auf die vordergründig Verantwortlichen, während die Netzwerke der Unterstützer und der Drahtzieher der öffentlichen Aufmerksamkeit entgehen. Da die Strukturen hinter den neuen Formen der Wirtschaftskriminalität also weitgehend verborgen bleiben, verdienen sie den Begriff "Stealth Crime".

 

Voraussetzungen für verdeckte Einflussnahme und damit Stealth Crime sind digitale Ausspähung ("Signal Intelligence") und Datensammlung - Fähigkeiten, die ursprünglich ein Privileg staatlicher Akteure waren und heute zunehmend in den privaten Sektor eingesickert sind. Die Methodik von Stealth Crime und die langfristigen und kumulativen Effekte auf westliche Gesellschaften deuten darauf hin, dass hier Allianzen aus staatlichen und mafiösen Strukturen am Werk sind. Ihnen geht es um den  systematischen Transfer großer Vermögenswerte - und um geopolitische Ziele.

 

Die Mechanismen und Netzwerke dieses Vermögenstransfers transparent zu machen, ist das Anliegen des Podcasts STEALTH CRIME. Einzelfälle sind dabei Teile eines Puzzles. Wenn das Projekt gelingt, setzen sie sich zu einem Bild zusammen

 

Ich freue mich über Anregungen,

Informationen oder Gedankenaustausch. 

 

Natürlich gilt Quellenschutz. 

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