
Wirecard(Teil II)
Wie Staatsanwälte &
Finanzaufsicht den Weg freimachten
Anzeichen für Bilanzbetrug und Geldwäsche bei Wirecard gab es seit 2008. Amateure hatten sie gefunden. Aber die Staatsanwaltschaft München ignorierte die Warnzeichen und ließ alle Anzeigen ins Leere laufen. Die Finanzaufsicht BaFin unterstützte den Betrugskonzern sogar aktiv mit einem Leerverkaufsverbot. Bis heute sind die Motive der Behörden nicht aufgeklärt.
In der ersten Folge der Wirecard-Serie habe ich erzählt, wie ein Rotlicht-Unternehmer die Fundamente für Wirecard schuf. Wie er die Firma an die Börse brachte und seine 90%-Beteiligung anschließend an unbekannte Investoren verschob. So trickreich, dass sich ihre Spur von Anfang an in der anonymen Masse der Kleinanleger verlor. Das Aktienpaket aus der Frühphase des Zahlungsdienstleisters war der entscheidende Hebel, mit dem man von Wirecard profitieren konnte - in der Spätphase der Betrugsoperation waren die 42 Millionen Stücke 4 Milliarden Euro wert.
Diese Wertsteigerung konnte Wirecard nur erreichen, weil Staatsanwaltschaft und Finanzaufsicht das Unternehmen jahrelang gegen Kritiker verteidigten und Shortseller kriminalisierten. Die Unterstützung der Behörden war die Voraussetzung für die Kurs-Rallye, die Wirecard in den Dax katapultierte. Ohne sie wäre es für Wirecard bereits 2016 eng geworden, als die Financial Times zum ersten Mal über Bilanzmanipulationen berichtete. Die fragwürdige Rolle der Behörden und die schwer nachvollziehbaren Motive ihrer Entscheidungsträger sind das Thema dieser Folge.
Casting für den idealen Schurken
Damit Finanzaufsicht und Staatsanwaltschaft Wirecard zu Hilfe eilen konnten, ohne sich von Anfang an angreifbar zu machen, bedurfte es einer plausiblen Erzählung. Eines Präzedenzfalls, der Wirecard als Opfer und die Angreifer als Schurken etabliert. Erst diese Täter-Opfer-Umkehr erlaubt es Wirecard, die Story vom ewigen Wachstum gegen alle Zweifel aufrechtzuerhalten. Und den Hintermännern damit Milliardengewinne zu verschaffen.
Der Mann, der die undankbare Schurkenrolle spielen sollte, war der Münchener Börsenbrief-Herausgeber Tobias Bosler. Für Wirecard ist er der perfekte Gegner, weil sein Geschäftsmodell in einer rechtlichen Grauzone operiert. Bosler investiert in börsennotierte Kleinstfirmen, deren Kurse anschließend von einem Kreis verbündeter Börsenbriefschreiber hochgepusht wird. Über 17 Millionen Euro soll das Pump-and-Dump-Kartell in den Nuller Jahren auf diese Weise verdient haben. Unter bestimmten Voraussetzungen erfüllt das Vorgehen den Straftatbestand des Insiderhandels und der Kursmanipulation, aber der Insider-Ring bleibt lange unter dem Radar der Justiz (1).
Bosler ist ein Mann der von sich überzeugt ist. Im Kreis der Aktienhändler führt er gerne das große Wort. Die Haare trägt er vorne straff zurückgegelt und hinten lang, der Blick aus den großen Augen ist etwas unruhig. Sein Vorbild ist der Hedgefonds-Manager Florian Homm, von dem er sich die Feinheiten des Shortsellings abgeschaut hat. Im Sommer 2007 kommt Bosler zu Homms großer Gatsby Party auf Mallorca. Die Gäste erscheinen in Weiß, und am Pool spielt Boney M. Disco-Titel aus den 70er Jahren. Danach taucht Homm unter und Bosler entdeckt Wirecard.
Aufmerksam wird er durch kritische Beiträge in Online-Foren und möglicherweise auch durch anonyme Hinweise (2). Es sind Köder, die man für ihn ausgelegt hat. Bosler beißt an. Er recherchiert und fasst seine Erkenntnisse in einem Research Report zusammen, den er im Mai 2008 veröffentlichen lässt3. Kern seiner Vorwürfe: Bilanzmanipulation und Geldwäsche über Tarnfirmen, mit denen Wirecard rechtliche Einschränkungen für Online-Gambling umging. Um seinem Report Nachdruck zu verleihen, zeigt Bosler Wirecard bei der Münchener Staatsanwaltschaft an.
Wirecard geht sofort zum Gegenangriff über. In Presseerklärungen weist das Unternehmen alle Vorwürfe zurück und erklärt, der Autor des Berichts und seine Komplizen von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger hätten keineswegs die Interessen der Investoren im Sinn, sondern ihren eigenen Profit. Die vermeintlichen Anlegerschützer hätten auf einen Kurssturz gewettet, den sie dann selbst ausgelöst hätten. Parallel erstattet Wirecard ebenfalls Strafanzeige und liefert die Details der rechtlich fragwürdigen Trades gleich mit: die Konten und Finanzinstrumente, die die Shortseller genutzt hatten. Offensichtlich war das Unternehmen gut auf die Situation vorbereitet.4
Die Staatsanwaltschaft hat nun zwei Anzeigen auf dem Tisch. Beide sind gut belegt. Bosler hat seiner Anzeige ein Schreiben des Kreditkartenanbieters Mastercard beigefügt, in dem minutiös beschrieben wird, wie Wirecard britische Blumengeschäfte nutzt, um Zahlungen zwischen Spielern und Online-Casinos als Flower-Service zu tarnen und damit US-Gesetze zu umgehen. Das Mastercard-Schrieben begründet einen starken Anfangsverdacht. Um ihn zu erhärten, müßten die Ermittler sich von Mastercard die Echtheit des Schreibens bestätigen lassen. Doch diesen Schritt unterlässt die Behörde. In einem internen Aktenvermerk heißt es dazu: „Es ist zu befürchten, dass eine Anfrage publik werden könnte5.“ Im Klartext, man fürchtet, die Ermittlungen könnten Wirecard schaden, und bleibt deshalb lieber untätig.
Stattdessen stürzen sich die Staatsanwälte auf Tobias Bosler und seine Komplizen. Im September 2010 durchsuchen 160 Polizeibeamte 48 Wohnungen im In- und Ausland. Beschlagnahmte Handys, Computer und Bankunterlagen offenbaren schnell, dass die Verdächtigen über Jahre Kursmanipulation betrieben und sich auf Kosten von Kleinanlegern bereichert haben. 2012 wird Bosler zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er die Lesern seiner Börsenbriefe nicht oder nur unzureichend über seine Aktienpositionen aufgeklärt hatte. Das Urteil bezieht sich nicht auf Wirecard, sondern auf andere Unternehmen6.
Täter-Opfer-Umkehr
Bosler ist offensichtlich in eine perfekte Falle gelaufen. Im Small-Cap-Milieu, unter den Brokern und Börsenbriefautoren, den Tradern und Aktien-Promotoren war er bekannt wie ein bunter Hund. Es ist das Milieu, aus dem auch Wirecard hervorgegangen ist. Hier wusste man, dass Boslers sich strafrechtlich angreifbar gemacht hatte. Damit war er der perfekte Schurke, der Hauptdarsteller in einem Präzedenzfall, den Wirecard strategisch nutzte.
Als sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht auf Wirecard, sondern auf Bosler konzentrieren, vollzieht die öffentliche Meinung den gleichen Schwenk: Wirecard ist jetzt das Opfer, gierige Spekulanten die Täter. Der Tag der Razzia im September 2010 ist ein Game Changer für Wirecard. Von jetzt an kann das Unternehmen immer auf den Fall Bosler verweisen, wenn es angegriffen wird. Die Razzia und das Urteil machen Wirecard für fast ein Jahrzehnt immun. Bosler hat damit - vermutlich ohne es zu wollen - die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Finanzkonzern so lange mit seinen manipulierten Bilanzen durchkommt.
Die Staatsanwaltschaft München I hat dabei kräftig mitgeholfen.
2016 besteht das Bosler-Paradigma seine erste Bewährungsprobe. Im Februar des Jahres veröffentlichen die Short Seller Matthew Earl und Frazer Perring einen Research über Wirecard, der als Zatarra-Report in die Geschichte eingeht7. Er macht Wirecard ähnliche Vorwürfe wie schon Tobias Bosler: Bilanzmanipulation und Geldwäsche. Außerdem belegt der Bericht, dass Wirecard für eine indische Firmengruppe das zehnfache des eigentlichen Werts bezahlt hat - 315 Mio. Euro. Inzwischen weiß man, dass der Aufpreis von fast 300 Millionen von einem Fonds in Mauritius abgeschöpft wurde. Der Fonds wird Jan Marsalek und seinem Umfeld zugeordnet.8
Nach der Veröffentlichung werden Matthew und Perring gehackt, observiert und bedroht9. Wirecard beschuldigt sie der Marktmanipulation, und die Staatsanwaltschaft München folgt. Statt gegen Wirecard ermittelt sie gegen die Shortseller. Sie tut dies nicht diskret, sondern macht ihre Ermittlungen in Presseerklärungen öffentlich und beeinflusst die Medien damit im Sinne des Betrugs-Konzerns.
Möglicherweise hat sich die Staatsanwaltschaft München I damit der Strafvereitelung im Amt schuldig gemacht. Denn ihr lag im Februar 2016 nicht nur der Zatarra-Report vor, sondern auch ein Amtshilfe-Ersuchen der US-amerikanischen Behörden10. Die Amerikaner ermittelten gegen Wirecard wegen des Verdachts auf Geldwäsche im Zusammenhang mit illegalen Online-Casinos und wollten eine Razzia durchführen lassen. Die Hürden dafür sind jedoch hoch: für einen Durchsuchungsbeschluss in Deutschland müssen ausländische Behörden umfangreiche Beweismittel vorlegen: Vernehmungsprotokolle, Verträge, Konto-Auszüge und forensische Gutachten. Sie müssen außerdem darlegen, dass die fragliche Tat in beiden Ländern strafbar ist. All dies prüft die deutsche Justiz. Sie handelt nicht blind als verlängerter Arm eines anderen Staates, sondern erst, wenn die Rechtsgrundlage für eine Ermittlung auch nach deutschem Recht besteht. Dann aber - und das ist der entscheidende Punkt - besteht eine Ermittlungspflicht jenseits der reinen Amtshilfe. So schreibt es die Strafprozessordnung vor11.
Die Münchener Justiz prüft also im Herbst 2015 die Unterlagen aus den USA, kommt zu dem Schluss, dass es einen hinreichenden Tatverdacht gibt, dass die Tat auch in Deutschland strafbar ist, und führt die beantragte Razzia am 1. Dezember durch. Der zweite Schritt aber unterbleibt: eigene Ermittlungen. Stattdessen gibt sich die Staatsanwaltschaft große Mühe, die Razzia vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.12
Über die Motivation der Behörde kann man nur spekulieren. Über die Wirkung nicht: fehlender Ermittlungsdruck und mediale Unterstützung für Wirecard erlaubten dem Unternehmen, weitere vier Jahre Anleger zu hintergehen und unbekannten Hintermännern Milliarden zukommen zu lassen.
Die Financial Times unter Insider-Verdacht
Am 30. Januar 2019 veröffentlicht die Financial Times einen umfangreichen Artikel über Bilanzfälschungen bei Wirecard13. Der Autor, Dan McCrum hat in Dubai, Singapur und München recherchiert und Beweismaterial von Whistleblowern eingesammelt. Es ist eine solide Story, gedruckt von einer der angesehensten Wirtschaftszeitungen der Welt. Juristisch formuliert: Anfangsverdacht. Doch die Staatsanwaltschaft München ermittelt nicht gegen Wirecard, sondern gegen den Journalisten. Es ist der Reflex, den man in München seit dem Fall Bosler kennt: schuld sind immer die anderen, nie Wirecard.
Ausgangspunkt für die Münchener Ermittlungen sind verdächtige Handelsdaten, die die BaFin liefert, die Finanzaufsicht in Frankfurt. Wirecard serviert den Staatsanwalt zudem die Zeugenaussage eines britischen Traders, der gesteht, von Journalisten der Financial Times mit Insider-Informationen versorgt worden zu sein.
Recherchen der Zeitschrift „The New Yorker“ fördern jedoch zutage, dass der Insiderhandel von Wirecard selbst inszeniert wurde. Als die Financial Times vor der Veröffentlichung ihres Artikels eine Email an Wirecard schickt - mit der Bitte um Stellungnahme - informiert Marsalek eine Gruppe britischer Trader, zu denen er über Jahre Kontakte aufgebaut hatte. Er ermutigt sie, auf fallende Kurse zu wetten und bezahlt sie für die Aussage zum Insiderhandel14. Die Staatsanwaltschaft in München glaubt den präparierten Kronzeugen gerne - und macht ihre Ermittlungen öffentlich. Ein weiteres Mal PR-Hilfe für den Betrugskonzern.
Der Kreuzzug gegen die Shortseller
Am Abend des 16. Februar 2019 brennt in der Chefetage der BaFin noch Licht. Elisabeth Roegele brütet über Gesetzestexten und EU-Verordnungen. Wenn sie von ihrem Bildschirm aufschaut, sieht sie die Skyline der Frankfurter Innenstadt, die Türme der Banken und Fondsgesellschaften. Gelb leuchtend die Spitze der CoBa, dunkel schillernd die Doppeltürme der Deutsche Bank, weiß die Neon-Pyramide auf dem Messeturm, in dem prestigeträchtige Kanzleien und Private Equity Gesellschaften ihren Sitz haben. Es ist die Welt, die Roegele und ihre Kollegen überwachen sollen, nicht nur in Frankfurt, sondern deutschlandweit: 1.400 Banken, 500 Versicherer, Tausende von Fonds - eine Branche mit einer Million Mitarbeitern, das finanzielle Räderwerk der größten Volkswirtschaft Europas. An diesem Abend sind die meisten Büroetagen dunkel, denn es ist Samstag, da ruht das Räderwerk, und selbst die ehrgeizigsten Investmentbanker gönnen sich einen Abend Privatleben. Solche Pausen sind die Zeit, in der die Behörden gerne Markteingriffe vorbereiten.
Elisabeth Roegele leitet die Wertpapierhandelsaufsicht innerhalb der BaFin. Sie ist zuständig für den Börsenhandel, und an diesem Abend hat sie ein Problem. Der Kurs der Wirecard-Aktie ist innerhalb von zwei Wochen von 150 auf 112 Euro gefallen, Milliarden an Börsenwert sind verdampft. Auslöser war der Bericht von Dan McCrum in der Financial Times. Im Unterschied zu früher treffen die Anschuldigungen jetzt aber nicht mehr ein Startup, sondern einen Konzern, der im DAX notiert und damit zu den 30 wertvollsten Unternehmen in Deutschland gehört.
Den will Roegele nun schützen. Das Instrument ihrer Wahl: ein Leerverkaufsverbot - das Aus für Wetten auf fallende Kurse. Es wäre ein massiver Eingriff in den Markt. Die Bundesbank sieht dafür keinen Grund; die europäische Börsenaufsicht ESMA ebenfalls nicht. Die Pariser Behörde weist darauf hin, dass Leerverkäufe prinzipiell erlaubt sind. Nach Paragraf 23 der EU-Shortselling Regulation dürfen die nationalen Behörden nur dann eingreifen, wenn systemische Gefahren drohen. Das war in der Finanzkrise 2008 der Fall, als die BaFin ein Leerverkaufsverbot für den gesamten Bankensektor erließ. Noch nie in ihrer Geschichte aber hat sie eine Einzelaktie mit diesem Instrument geschützt.
Das alles ist Roegele bekannt. Sie könnte also einfach Feierabend machen. Stattdessen schickt sie ihrem Chef Felix Hufeld um 21 Uhr 22 eine Email, in der sie die rechtlichen Hürden für ein Leerverkaufsverbot schildert. Ob der Präsident vielleicht einen Ausweg wisse? Ob Wirecard nicht doch den Status einer Finanzholding habe15? Doch dieses Schlupfloch ist verschlossen, weil die BaFin es bis dahin unterlassen hatte, den Zahlungsdienstleister als das zu klassifizieren, was er eigentlich war: ein Finanzunternehmen. Damit hatte Wirecard die engmaschige Kontrolle der Aufsichtsbehörde vermieden und die Voraussetzungen für den fortgesetzten Bilanzbetrug überhaupt erst geschaffen.
Es ist also allen Beteiligten klar, dass es keine rechtliche Grundlage für das Leerverkaufsverbot gibt. Und auch keine faktische: Im Untersuchungsausschuss sagt der Leiter der Handelsüberwachung der Frankfurter Börse später aus, es habe damals keinerlei Anhaltspunkte für Marktmanipulation gegeben. Und schon gar nicht für eine grundsätzliche Bedrohung des Marktvertrauens16.
Dennoch setzt Roegele das Verbot durch - und zwar mit Tricks. Die Bundesbank umgeht sie einfach, und der ESMA erzählt sie, dass der Fall Wirecard eine Marktpanik auslösen könnte. Das ist frei erfunden, aber die Pariser Oberaufseher glauben ihrer Kollegin und nicken das Verbot17 in einer Sondersitzung am Sonntagnachmittag ab.
Als die Börsen am Montagmorgen den Handel aufnehmen, endet der Sturz der Wirecard-Aktie. Ausschlaggebend ist vor allem der psychologische Effekt. Die Anleger verstehen Roegeles Entscheidung als Signal des Staates an den Markt: Wirecard ist vertrauenswürdig. In den folgenden Monaten etabliert sich der Kurs auf einem Niveau oberhalb von 140 Euro - bei gleichzeitig hohem Handelsvolumen. Durch die Stabilisierungsmaßnahme der BaFin können im Jahr vor dem Zusammenbruch noch einmal 400 Millionen Wirecard-Aktien den Besitzer wechseln - mit einem Gesamtwert von fast 50 Milliarden Euro18. Die hohen Volumina sind genau die Art von Markt, die der Klub der frühen Investoren benötigt, um unauffällig Kasse zu machen. Roegeles Entscheidung vom 17. Februar 2019 stellt dafür die Weichen.
Für diese Weichenstellung beugt die Direktorin der Handelsaufsicht das Recht. Elisabeth Roegele wird dafür mit dem Verlust ihrer Position, ihres hohen Gehalts und ihrer Reputation bezahlen. Für den Untersuchungsausschuss ist Roegele - Zitat - „eine der traurigsten Figuren des Wirecard-Skandals“, gleichauf mit der Münchener Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl. Für die beiden Wirecard-Unterstützerinnen findet der Ausschuss eine originellen Vergleich - sie erinnerten an Don-Quichotte.19
Die Spur ins Finanzministerium
Warum aber riskiert die gelernte Juristin und erfolgreiche Aufseherin das alles? Woher kommt die Motivation, Wirecard gegen alle Widerstände helfen zu wollen? Aus der Tradition und den Anreizsystemen ihrer Behörde jedenfalls nicht. Die BaFin mit 2.800 Mitarbeitern ist ein träger Koloss, eine phlegmatische, öffentlich-rechtliche Schildkröte, die im Zweifelsfall lieber gar nichts tut als zu viel. Die Abwägungen, die Elisabeth Roegele in der Wirecard-Affäre getroffen hat, sind nicht nachzuvollziehen. Sie bleiben ebenso rätselhaft wie die von Jens Spahn in der Maskenaffäre. Auch Spahn traf Entscheidungen, die sowohl der Staatsräson als auch den eigenen Interessen widersprachen20. In beiden Fällen scheint es, also ob die Entscheidungsträger nicht der eigenen Ratio folgten, sondern externen Einflüssen.
Diese Einflüsse beschränkten sich nicht auf die Chefin der Handelsaufsicht. Das Phänomen der Wirecard-Promotion zieht sich durch die gesamte Hierarchie - von den Führungsetagen der BaFin bis an die Spitze des Finanzministeriums. Felix Hufeld, Präsident der Aufsichtsbehörde, deckte und verteidigte Roegeles Leerverkaufsverbot. Er versäumte es jahrelang, Wirecard als Finanzholding einzustufen und damit strenger zu kontrollieren. Und als die Indizien für eine Bilanzmanipulation unübersehbar wurden, setzte Hufeld nicht die Profis seines eigenen Hauses auf Wirecard an, sondern reichte die Aufgabe an die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung weiter. Die Prüfstelle ist eine Alibi-Veranstaltung der Privatwirtschaft, die Selbstregulierung simuliert, tatsächlich aber personell unterbesetzt und inhaltlich überfordert ist. Hier wurde die Wirecard-Prüfung auf Jahre geparkt - so dass der Betrug uneingeschränkt fortgesetzt werden konnte21.
Wie Roegele wird auch Hufeld vor den Untersuchungsausschuss des Bundestages zitiert und muss 2021 gehen. Auch er hat für Wirecard seine Karriere riskiert - und alles verloren. Der Linken-Abgeordnete Fabio de Masi resümiert - Zitat: „Die BaFin hat sich zum Erfüllungsgehilfen einer kriminellen Bande gemacht.22“
Doch die Kette der Helfershelfer reicht bis in die nächste Etage. Die BaFin untersteht dem Finanzministerium. Zuständig für die Behörde: Finanzstaatssekretär Jörg Kukies. Als Hufeld und Roegele im Februar 2019 das Leerverkaufsverbot vorbereiten, ist er informiert. Aber er greift nicht ein, sondern lässt den Dingen ihren Lauf. Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages beruft er sich darauf, dass die BaFin bei Einzelfallentscheidungen unabhängig sei. An diese gesetzliche Regelung habe er sich gehalten23. Formal korrekt, aber in diesem Fall signalisiert die Zurückhaltung stillschweigendes Einverständnis. Im April 2020 gibt Kukies dann jede Zurückhaltung auf.
Es ist der Monat, in dem der Wirtschaftsprüfer KPMG seinen Sonderprüfungsbericht zu Wirecard vorlegt. Kernaussage: es gibt keinen Beleg für die Existenz der 1,9 Milliarden auf philippinischen Konten. Damit hat das Endspiel um Wirecard begonnen.
Am 22. Juni um 2 Uhr 48 informiert das Unternehmen die Öffentlichkeit in einer sogenannten Adhoc-Mitteilung, dass die fraglichen 1,9 Milliarden nicht mehr auffindbar seien24. Stunden später beauftragt Staatssekretär Kukies seine Mitarbeiter, einen Rettungsplan für Wirecard auszuarbeiten. Das Ganze sei „sehr dringend“ und „vertraulich“25. Bis zum Abend produzieren die Beamten ein neunseitiges Papier, das erstaunliches Aussagen enthält: das Geschäftsmodell des Unternehmens sei solide, das operative Geschäft performe trotz Corona-Krise gut - und im Übrigen erfülle Wirecard wichtige Funktionen für den Zahlungsverkehr in Deutschland26. Noch am Abend erreichen die neun Seiten ihren Adressaten: Finanzminister Olaf Scholz.
Einen Tag später unternimmt Jörg Kukies den nächsten Schritt: am 23. Juni um 14 Uhr ruft der Staatssekretär Klaus Michalak an, den Chef der IPEX-Bank. Sie gehört zur staatlichen KfW-Gruppe und hat bereits 100 Millionen an Wirecard ausgeliehen. Im Telefonat schlägt Kukies schlägt dem Bankchef vor, die Kredite an den taumelnden Konzern zu erhöhen27. Ein Ansinnen, das gegen sämtliche Regeln der Risikokontrolle verstößt und absehbar Steuergelder kosten würde. Der Anruf des Staatssekretärs ist bilanziell unverantwortlich, politisch brisant und reputationsmäßig ein Ritt auf der Rasierklinge. Auch hier stellt sich die Frage, warum ein beamteter Staatssekretär diese Risiken eingeht, ohne dass auf seiner Seite der Gleichung irgendein Vorteil erkennbar ist.
Die Frage ist umso schwerer zu beantworten, als Kukies ein Finanzprofi ist - und zwar einer aus der ersten Reihe. Bis zu seiner Ernennung zum Staatssekretär arbeitet er fast zwei Jahrzehnte in leitenden Positionen für GoldmanSachs.28 Sein Chef und Lehrmeister dort war der ebenso legendäre wie umstrittene Dealmaker Alexander Dibelius. Ein Mann, der die Daimler-Chrysler Fusion eingefädelt hatte und der sich mit Scharfsinn und Skrupellosigkeit einen Ruf über die Grenzen Deutschlands hinaus erworben hat.
Das Telefonat zwischen Kukies und Michalak hinterlässt eine Email-Spur, die später Thema im Untersuchungsausschuss wird. Kukies und Scholz versuchten, diese Spur vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Sie wussten um ihre Brisanz. Das Ministerium deklarierte die Akten zur Verschlusssache, Mitglieder des Untersuchungsausschusses durften sie in einem gesicherten Raum einsehen, aber nicht mitnehmen. Nur einem Leak ist es zu verdanken, dass die Öffentlichkeit von Kukies unsittlichem Antrag erfuhr.29
Die Legende vom Nationalen Interesse
Fassen wir das Spiel der Behörden noch mal zusammen: BaFin und Staatsanwaltschaft München spielen sich die Bälle zu und agieren koordiniert zugunsten eines Konzerns, gegen den es zumindest einen Anfangsverdacht gibt. Angriffe von investigativen Journalisten und Shortsellern diskreditieren sie gemeinsam als „Marktmanipulation“. Als US-Behörden Beweise gegen Wirecard vorlegen, werden diese ignoriert. Im Raum steht damit ein schwerwiegender Verdacht: Strafvereitelung im Amt.
Als sich die Schlinge um Wirecard zusammenzieht, beugt die BaFin das Recht und erlässt ein Leerverkaufsverbot - ein bis dahin einmaliger Vorgang in der Geschichte der Behörde. Die Maßnahme ist dem verantwortlichen Staatssekretär vorab bekannt, er greift jedoch nicht ein. Als der Milliarden-Betrug schon offensichtlich ist, unternimmt er sogar den Versuch, den Konzern mit dem Kapital staatlicher Banken zu retten.
Der Öffentlichkeit erzählen alle Beteiligten, es sei ihnen darum gegangen, einen deutschen Technologie-Champion gegen internationale Neider zu verteidigen. Die Medien übernehmen diese Erklärung bereitwillig. Tenor: Nationales Interesse hat Behörden blind gemacht.
Doch kann diese Legende stimmen? Kann es sein, dass in München, Frankfurt und Berlin unterschiedlichste Entscheidungsträger synchron der Illusion vom „Nationalen Champion“ verfallen? Dass sie alle an ein sauberes Geschäftsmodell glauben, während gleichzeitig die Indizien für das Gegenteil unübersehbar werden? Kann es sein, dass Schlüsselfiguren aus der Hierarchiekette der Finanzaufsicht ihre Karriere und ihren Ruf riskieren, nur um die Illusion vom Nationalen Champion am Leben zu erhalten? Selbstlos dem Wohl der Nation verpflichtet?
Alles in höchstem Maße unplausibel. Plausibel wäre hingegen, dass die Ermöglicher des Skandals externen Einflüssen ausgesetzt waren. Dass sie materielle Vorteile im Auge hatten, oder Unannehmlichkeiten vermeiden wollte - zum Beispiel die Veröffentlichung belastender Details aus Privat- und Berufsleben. Das sind handfeste Motive, die Menschen dazu bringen können, gegen die Ethik ihrer Institutionen und die Logik ihrer Karriereplanung zu verstoßen.
Vergessen wir nicht: die Laufzeit des Betrugs, die Prolongation der Börsenstory durch die Komplizenschaft von Behörden und Politik ermöglichte dem Kreis der frühen Investoren einen Profit im Milliardenbereich. Ab 2016 brachte jedes Jahr Laufzeit eine Milliarde zusätzlich30. Daten und Graphiken dazu gibt’s auf Substack und www.stealthcrime.org.
Der Betrug selbst trägt die Handschrift einer juristisch und finanztechnisch versierten Gruppe. Dafür spricht die Geschichte der Aktien-Distribution, die ich in Folge 1 der Wirecard-Story beschrieben habe: die Verschiebung eines großen Aktienpakets in die Anonymität, ohne Spuren zu hinterlassen. Dafür spricht auch die Trennung von krimineller Verantwortung und materiellem Nutzen: im Rampenlicht die Täterfiguren, Markus Braun und Jan Marsalek, im Hintergrund ein diskreter Kreis von Aktionären.
Das alles ist virtuos gespielt und vieles spricht dafür, dass die Architekten des Skandals in den oberen Etagen der Gesellschaft zu suchen sind. Dort, wo man Verbindungen und Einfluss unauffällig zu nutzen weiß. Wo man konventionelle Einflusskanäle effizient mit unkonventionellen kombinieren kann - mit materiellen Anreizen oder kompromittierendem Wissen.
Der Fall Wirecard wäre aber trotz der Unterstützung durch die Behörden nicht möglich gewesen ohne die Assistenz des Wirtschaftsprüfers EY. Dessen Fachleute haben die gefälschten Bilanzen über Jahre testiert und dem Betrugskonzern damit jenes Gütesiegel verschafft, auf das Justiz, Finanzaufsicht und Regierung immer verweisen konnten.
Das Versagen von EY ist Thema der nächsten Folge der Wirecard-Story.
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Fussnoten
1 „Bullshit mit Bildchen“ DER SPIEGEL, 14.11.2014
https://www.spiegel.de/wirtschaft/bullshit-mit-bildchen-a-c5241e9e-0002-0001-0000-000075159725
Abgerufen: 2026-04-21 09:19:04
2 Die ersten kritischen Beiträge zu Wirecard werden 2007 von einem anonymen User unter dem Pseudonym „Jigajig“ veröffentlicht; ohne öffentliche Wirkung zu entfalten. Im Mai 2008 veröffentlicht der User „memyselfandi007“ unter der Headline „Wirecard - top oder flop“ weitere Erkenntnisse, die von Bosler mit eigenen Recherchen abgeglichen werden.
ter Haseborg, Volker; Bergermann, Melanie. Die Wirecard-Story: Die Geschichte einer Milliarden-Lüge – Das Buch zum Dokumentationsfilm von ARD und Sky (p. 71). (Function). Kindle Edition.
Cash, 25.06.2020
Wien Blogger bereits 2008 den Skandal bei Wirecard aufzeigte
https://www.cash.ch/news/politik/wie-ein-blogger-bereits-2008-den-skandal-bei-wirecard-aufzeigte-438351
Abgerufen: 2026-04-27 15:24:41
3 „Bullshit mit Bildchen“ DER SPIEGEL, 14.11.2014
https://www.spiegel.de/wirtschaft/bullshit-mit-bildchen-a-c5241e9e-0002-0001-0000-000075159725
Abgerufen: 2026-04-21 09:19:04
4 Gegenüber dem Magazin „The New Yorker“ schildert Bosler, wie er nach der Veröffentlichung seines Reports einen Anruf von einem Wirecard-Anwalt erhielt, der ihm jedes Detail seiner Transaktionen vorlas. Anschließend bekam er Besuch aus dem Boxer-Milieu des Wirecard-Gründers Bauer-Schlichtegroll und wurde physisch bedroht.
The New Yorker, 27.02.2023
How the biggest fraud in German history unravelled
https://www.newyorker.com/magazine/2023/03/06/how-the-biggest-fraud-in-german-history-unravelled
Abgerufen: 27.04.2026, 15:47:20
5 Das Magazin CAPITAL hat den Vermerk 2020 in einem Artikel über den Wirecard-Skandal veröffentlicht. Um eine Stellungnahme gebeten erklärt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, „für die mögliche Strafbarkeit einer Geldwäsche“ habe es keine Rolle gespielt, „ob die veröffentlichten Mastercard-Dokumente echt waren oder nicht“.
6 DER SPIEGEL, 20.03.2012
Ex-Aktionärsschützer wieder auf freiem Fuß
Abgerufen: 27.04.2026, 15:49:43
7 Der Bericht erscheint zunächst anonym. Später geben sich die beiden Autoren zu erkennen.
ManagerMagazin, 29.01.2021
Wirecard: Shortseller Matthew Earl berichtet über seine Versuche, den Betrug zu stoppen.
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/wirecard-shortseller-matthew-earl-berichtet-ueber-seine-versuche-den-betrug-zu-stoppen-a-100699fc-4056-4676-bd31-46bdd3addda8
Abgerufen: 2026-04-27 15:55:29
8 Der Emerging Markets Investment Fund 1A (EMIF1A) wurde am 10.2.2015 in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius gegründet. Wenige Monate später kaufte er drei indische Unternehmen für 35 Mio. Euro, an denen Wirecard zuvor Interesse gehabt hatte. Vier Wochen später wurden diese Unternehmen für 315 Mio. an Wirecard verkauft. Ein Whistleblower schrieb 2016, dass der Fonds ein Vehikel des Managements sei. Wirecard gab beim Rechnungsprüfer EY eine Untersuchung in Auftrag, die später aber abgebrochen wurde.
9 https://en.wikipedia.org/wiki/Dark_Basin
Abgerufen: 2026-04-23 11:20:45
10 CAPITAL, 18.11.2020
Wie die Ermittler die Wirecard-Chefs vom Haken ließen
18.11.2020
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/erste-razzia-bei-wirecard-schon-lange-vor-der-pleite
Abgerufen: 2026-04-23 11:24:36
11 Im Gegensatz zu Antragsdelikten, die aufgrund einer Strafanzeige verfolgt werden, sind Geldwäsche und Bilanzbetrug sogenannte Offizialdelikte. Erlangen die Ermittlungsbehörden Kenntnis von einem solchen Delikt, sind sie zwingend verpflichtet zu ermitteln. §152 Abs. 2 und §160 StPO
12 CAPITAL, 18.11.2020
Wie die Ermittler die Wirecard-Chefs vom Haken ließen
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/erste-razzia-bei-wirecard-schon-lange-vor-der-pleite
Abgerufen: 2026-04-23 11:24:36
13 Financial times, 30.01.2019
Executive at Wirecard suspected of using forged contracts
https://www.ft.com/content/03a5e318-2479-11e9-8ce6-5db4543da632?syn-25a6b1a6=1
Abgerufen: 27.4.2026, 16:14:43
14 The New Yorker, 27.02.2023
How the Biggest Fraud in German History Unravelled
https://www.newyorker.com/magazine/2023/03/06/how-the-biggest-fraud-in-german-history-unravelled
15 In der Email an Hufeld heißt es: »Die Formulierung in der Leerverkaufsverordnung kann man so verstehen, dass Leerverkaufsverbote nur bei Unternehmen des Finanzsektors zulässig sind. Zwar hat Wirecard eine Bank im Konzern, aber die börsennotierte AG ist selbst keine Bank. Seit nun mehr als 24 Stunden diskutieren wir das Thema mit ESMA, die eine Opinion vor unserer Maßnahme erlassen müssten. (…)
Jetzt habe ich die Hoffnung, dass vielleicht die AG selbst irgendeinen KWG-Status hat (Finanzholding oder ähnliches). (…)
Daher habe ich die Hoffnung, dass Sie uns diese Frage vielleicht beantworten können?«
Zitiert aus DER SPIEGEL, 26.03.2021
Wirecard: wie Frau Roegele um ein Leerverkaufsverbot rang.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wirecard-aktien-wie-frau-roegele-um-ein-leerverkaufsverbot-rang-a-03dfd090-8f05-47a3-870b-0a5bd6d3ce40
Abgerufen: 2026-04-20 08:45:12
16 Bericht des Wirecard-Untersuchungsausschusses vom 22.06.2021; Bundesdrucksache
19/30900
S. 831
Zeugenaussage von Andreas Mitschke, Leiter der Handelsüberwachung der Börse Frankfurt, am 11.02.2021
https://dserver.bundestag.de/btd/19/309/1930900.pdf
Abgerufen: 26.4.2026, 11:06:52
17 Die Einzelheiten des Vorgangs finden sich im Untersuchungsbericht des Bundestages auf S.1686ff.
In der Presseerklärung der BaFin zum Leerverkaufsverbot wird das Argument der Marktpanik, das für die Zustimmung der ESMA ausschlaggebend war, sorgfältig vermieden. Mutmasslich weil der deutsche Presse die Fadenscheinigkeit des Arguments aufgefallen wäre. Ebda. S.1150/51
18 Die Daten zu „Traded Volume“ und „Traded Value“ wurden über den Datenanbieter Bloomberg abgerufen und liegen dem Autor in Form von Charts und Excel-Tabellen vor.
19 Untersuchungsbericht, S.1938
20 Siehe Stealth-Crime, „Die Maskenaffäre“
21 Über die mangelnde Ausstattung und Kompetenz der DPR berichtet der SPIEGEL in einem Artikel über die Rolle von Felix Hufeld in der Wirecard-Affäre
DER SPIEGEL,
Die drei Wirecard-Probleme des Felix Hufeld,
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wirecard-die-drei-probleme-von-bafin-chef-felix-hufeld-a-e24bb8ff-f03c-4e5b-93fb-b70e7c55af9f
Abgerufen: 2026-04-20 07:54:25
22 Ebda, SPIEGEL 26.03.2021
23 DER SPIEGEL, 22.04.2021
Wirecard: Jörg Kukies vor Untersuchungsausschuss - zu spät zur Wirecard-Party
https://www.spiegel.de/wirtschaft/wirecard-joerg-kukies-vor-untersuchungsausschuss-zu-spaet-zur-wirecard-party-a-1ebdf9c0-7f8a-4f9f-89da-77e4b8f7142f
Abgerufen: 2026-04-25 21:13:40
24 Wirecard, Adhoc-Mitteilung vom 22.06.2020
Abgerufen: 28.04.2026, 10:56:38
25 Das Papier wurde an die britische Nachrichtenagentur Reuters geleakt. Reuters zitierte daraus im Sommer 2021 in einem Bericht über die Arbeit des Bundestags-Untersuchungsaussschusses. Die zitierten Stellen sind Rückübersetzungen aus dem Englischen.
Reuters, 16.03.2021
How Germany considered rescuing Wirecard days before its doom
https://www.reuters.com/article/business/how-germany-considered-rescuing-wirecard-days-before-its-doom-idUSKBN2B811X/
Angerufen: 2026-04-26 21:12:06
26 Ebda.; Reuters, 16.03.2021
27 DER SPIEGEL, 16.03.2021
Staatssekretär Jörg Kukies schlug kurz vor Insolvenz Kredit der KFW-Tochter IPEX vor.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wirecard-staatssekretaer-joerg-kukies-schlug-noch-kurz-vor-insolvenz-kredit-der-kfw-tochter-ipex-vor-a-9e917a6b-0980-4808-9efb-9f11aae22618
Abgerufen: 2026-04-26 11:51:09
28 Jörg Kukies, Wikipedia
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%B6rg_Kukies&oldid=266194028
Abgerufen: 2026-04-26 14:29:15
29 DER SPIEGEL, 16.03.2021
Staatssekretär Jörg Kukies schlug kurz vor Insolvenz Kredit der KFW-Tochter IPEX vor.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wirecard-staatssekretaer-joerg-kukies-schlug-noch-kurz-vor-insolvenz-kredit-der-kfw-tochter-ipex-vor-a-9e917a6b-0980-4808-9efb-9f11aae22618
Abgerufen: 2026-04-26 11:51:09
30 Die Bloomberg-Daten zeigen folgende Börsenumsätze und Durchschnittskurse:
2017: 134 Mio. Aktien zu ø 69,6€; 2018: 191 Mio. Aktien zu ø 138,9€
2019: 392 Mio. Aktien zu ø 128,4€
2020(Q1): 143 Mio. zu ø 102,1€
Das bedeutet für die vier Zeiträume ein Traded Value (Gesamtwert der gehandelten Aktien) von: 9,7 / 26,4 / 49,0 / 14,6 Mrd Euro
Wenn man davon ausgeht, dass man 5% des Volumens in den Markt fließen lassen kann, ohne die Kurse stark zu beeinflussen, konnte in den vier Jahren folgende Summen platziert werden:
2017: 0,5 Mrd.
2018. 1,3 Mrd.
2019: 2,4 Mrd
2020: 0,7 Mrd.
